Skip to main content

Geboren bin ich in Garnsdorf, einem kleinen Dörfchen im Landkreis Chemnitz. Aufgewachsen bin ich in Zwickau. Das Abitur machte ich an der Spezialoberschule für die Vorbereitung auf das Russischlehrerstudium in Wickersdorf (Thüringen). Von dort ging ich zum Studium an die Martin-Luther-Universität Halle und wurde Diplomlehrerin für Staatsbürgerkunde und Geschichte. An das Studium schloß sich ein Forschungsstudium am Bereich Allgemeine Geschichte der Martin-Luther-Universität an. Meine Dissertation zum Verhältnis von Parteien und Gewerkschaften in der II. Internationale (1900 - 1914) verteidigte ich 1978. 1977 wechselte ich an den Bereich Deutsche Geschichte mit dem für mich neuen Arbeitsgebiet "Geschichte der DDR". Hier blieb ich dann auch bis ich 1993 gekündigt wurde. 1985 verteidigte ich meine Promotion B zur Geschichte der Bezirksparteiorganisation Halle der SED von 1955 - 1961. Viele Passagen dieser Arbeit würde ich heute auf Grund neuer Einsichten und auch einer völlig veränderten Quellenlage sicher ganz anders schreiben. Aber einige Ansätze, insbesondere zur Entwicklung der Arbeiter in der Chemieindustrie, finde ich heute noch sehr spannend, zu mal in der Geschichtsschreibung der alten und der neuen Bundesrepublik, so getan wird, als hätte man in der DDR nicht gelebt, sondern nur gelitten. 1993/94 war ich arbeitslos und habe Verschiedenes ausprobiert, eine kleine Zeitung gemacht, in einem Jugendbildungsverein gearbeitet und eine Weiterbildungseinrichtung für entlassene Chemiearbeiterinnen mit aufgebaut. Ende 1994 kam dann eine ABM bei Courage e.V. Halle. 1995 hatte ich das große Glück, wieder eine Arbeit auf dem ersten Arbeitsmarkt zu bekommen - ich wurde Regionalgeschäftsstellenleiterin der PDS für Halle und den Saalkreis.

Von 1999 bis Mai 2002 war ich wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Heidemarie Ehlert, MdB-PDS, in Bonn und Berlin. Bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt am 22. April 2002 bin ich über die Landesliste der PDS in den Landtag gewählt worden. Ich war europapolitische Sprecherin der PDS-Fraktion und Mitglied im Ausschuss für Bundes- Europaangelegenheiten, im Finanzausschuss und stellv. Mitglied im Umweltausschuss. Im März 2006 wurde ich wiedergewählt und seitdem Vorsitzende des Finanzausschusses bis zu meiner Wahl zur Landrätin des Landkreises Mansfeld-Südharz im Juni 2014.

Eine Parteikarriere hatte ich nie geplant, auch wenn ich immer politisch aktiv war und in verschiedenen ehrenamtlichen Funktionen in der FDJ und der SED, in die ich ganz freiwillig 1970 eingetreten bin, arbeitete. Ich liebte meine Arbeit mit den Studentinnen und Studenten und hatte viel Kraft und Zeit in die wissenschaftlichen Qualifikationen gesteckt. 1987 wurde ich trotzdem oder vielleicht gerade deshalb Sekretär der Bezirksleitung Halle der SED für Wissenschaft und Volksbildung. Es war schon damals manches abzusehen und trotzdem hatte ich Illusionen. Der Herbst 1989 war für mich ein sehr schmerzhafter und tiefgehender Bruch in meinem Leben. Nicht, weil ich an der Parteifunktion hing, sondern weil die DDR meine Heimat war. Es war und ist nicht leicht, mit schmerzlichen Einsichten fertig zu werden, zumal man als Historikerin immer wieder auf Fakten und Tatsachen stößt, die Wunden wieder aufreißen.

Von 1993 bis 1998 war ich Mitglied des Stadtvorstandes der PDS in Halle und Pressesprecherin. 1999 wurde ich zur stellvertretenden Landesvorsitzenden gewählt, seit 2002 bin Mitglied des Landesvorstandes. Bis 1999 habe ich in der Historischen Kommission beim Bundesvorstand der PDS mitgearbeitet. Ich bin Mitglied der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, des Deutschen Friedensrates und des Bundes demokratischer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler. Ich engagiere mich besonders im Bildungsverein Elbe-Saale e.V., dessen Vorsitzende ich seit Dezember 2002 bin, und im Courage e.V. Halle, Projekt zur Förderung von Frauenarbeit, Bildung und Kommunikation.


Vielleicht gibt es schönere Zeiten, aber diese ist unsere.

                                                                   (Jean-Paul Sartre)